• Telefon:
  • +31(0)43 30 64 668

Öffnungszeiten: Donnerstag-Sonntag ( 11.00 - 17.00 Uhr)

die Orgel

Die Orgel der Kopermolen

1737 wurde die neue Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Vaals eingeweiht. Im Lauf der Zeit wurde die Einrichtung weiter vervollständigt. Im Jahr 1759 erhielt Johann Baptist Hilgers, Orgelbauer aus Aachen, den Auftrag eine Orgel zu bauen. Das Instrument sollte bis Pfingsten 1763 geliefert werden. Die Fertigstellung erfolgte jedoch erst im Jahr 1765, und zwar nach einem Prozess zwischen Orgelbauer und Kirchenrat (den übrigens der Orgelbauer gewann).

Die weitere Geschichte der Orgel
1812 arbeitete der Orgelbauer Graindorge an dem Instrument. Er baute einen neuen Prinzipal 8' und erneuerte die Trompete 8' und den Bourdon 8'. Auch ersetzte er die deutschen Registerbeschriftungen durch französische. Er unterhielt die Orgel bis 1823.

1905 ersetzten die Gebrüder Müller die Klaviatur. Die Firma Stahlhut aus Aachen ersetzte 1938 die Trompete von Graindorge mit einem Krummhorn mit Kupferbechern und ersetzte den Terzchor der Sexquialtera. Im Jahre 1967 überholte Hans Koch die Orgel und fand im unteren Teil des Gehäuses die alte Klaviatur. Diese baute er wieder ein.

Die Orgelbauerfamilie Hilgers
In der Familie Hilgers sind mindestens zwei Orgelbauer bekannt. Johann Baptist Hilgers, ursprünglich aus Amsterdam, arbeitete in Aachen. Er baute die Orgel der Kopermolen in Vaals und war u.a. in Rolduc tätig.
Sein Sohn, Johann Peter Hilgers, wurde 1731 in Aachen geboren, zog jedoch vor 1760 zurück nach Amsterdam. Hier arbeitete er vor allem für katholische Kirchen, die damals nur bedingt geduldet waren. Von ihm sind die Orgeln der Moses-und-Aaron-Kirche (1772) und der St. Franciscus-von-Assisi-Kirche („De Boom“, 1774). Außerdem steht eine Hausorgel von ihm in der evangelischen Kirche in Egmond-Binnen (1762). Er bezeichnete sich immer als Aachener, auch nachdem er bereits vierzehn Jahre in Amsterdam gelebt und gearbeitet hatte. Davon zeugt die Inschrift an einer der größten Pfeifen der Orgel in „De Boom“: „Joannes Pieter Hilgers Aquisgranencis fecit Amstelodami anno 1774“.

Mehr als ein Musikinstrument
Eine Orgel ist nicht nur Musikinstrument, sondern auch Kunstobjekt und Ausstattungsstück. Die besondere Form des Orgelgehäuses mit seiner geschwungenen oberen Abschlussleiste ist beinahe einzigartig in den Niederlanden, kommt jedoch auf deutschem Gebiet, bis hin nach Westfalen, häufiger vor.

Der Stil der Verzierungen und Farben des Orgelgehäuses findet sich im Trauzimmer des benachbarten Rathauses wieder. Die verwendeten Formen künden schon deutlich den Übergang vom Barock zum Rokoko an. Die Orgel wird mit zwei Vasen und einer Sonnenscheibe mit dem Abbild Christi bekrönt. Im Altertum standen drei Vasen für Weisheit, Schönheit und Ewigkeit. Hier ist das mittlere Gefäß durch Christus, den ewigen König, ersetzt. Weiter unten im Gehäuse sind zwei halbkreisförmige Öffnungen angebracht. Sie gewähren dem Organisten von der Orgelbank aus Sicht auf die Kanzel.

Restauration im Jahr 2010
2007 machte zunehmender Schaden durch Austrocknung und andere Altersmängel eine Restaurierung entsprechend den heutigen Richtlinien des Rijksdienst voor Cultureel Erfgoed notwendig. Die Orgelfirma Thomas aus Ster-Francorchamps in Belgien führte die umfassenden Arbeiten durch:

  • Erneuerung der Luftzufuhr (Windlade und Balg)
  • Wiederherstellung der Traktur (Verbindung zwischen Tastenbrett und Pfeifen)
  • Wiederherstellung der durch Zinnpest angegriffenen Pfeifen
  • Entfernen von später eingebauten Registern und Wiederbau der ursprünglichen Register (Trompete und Vox Humana)
  • Erneuerung der Bemalung des Orgelgehäuses
  • Am 17. Dezember 2010 wurde die restaurierte Hilgers-Orgel mit einer offiziellen Feier wieder in Gebrauch genommen.
kopmolen_orgel.jpg